Die Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinde in Südschweden
Auf einer Gemeindeversammlung im März 1972 berichtete Hermann Göckenjan, der damalige Pfarrer der Deutschen Gemeinde in Malmö, über die Geschichte dieser Gemeinde. Das Folgende ist ein Auszug aus jenem Bericht:
"Unsere Gemeinde ist bereits die zweite Deutsche Evangelische Gemeinde in der Stadt Malmö.
Wie in Göteborg und Stockholm heute noch, so hat es auch in Malmö eine ähnlich zustandegekommene
und strukturierte Gemeinde gegeben. Freilich ging sie nicht bis i die Reformationszeit zurück , sondern
entstand nach Beendigung der Streitigkeiten zwischen Schweden und Dänemark, die hauptsächlich um
das heutige Südschweden entbrannt waren.
Der sogenannte Schonische Krieg fand mit dem Frieden von
Lund (September 1679) ein Ende. Ein Jahr später wurde der einer deutschen Familie entstammende Rutger
von Ascheberg Generalgouverneur von Schonen. Dank seiner Fürsprache und vor allem auf Betreiben zweier
in Malmö wohnender Deutscher, des Apothekers Christoph Diederich und des Kaufmanns Peter Hegardt,
kam die Gemeindegründung in Gang. Auf ihre Initiative hin erhielt der schwedische König einen Brief von in
Malmö wohnenden, aus Deutschland stammenden Bürgern mit der Bitte, eine deutsche evangelische Gemeinde
gründen und eine eigene Kirche bauen zu dürfen.
Der König, es war Karl XI., nahm die Bitte sehr positiv auf
und verfügte umgehend, daß die Malmöer Deutschen das Recht haben sollten, in ganz Schweden für den Bau
der neuen Kirche zu sammeln. Natürlich stellten sich Schwierigkeiten ein, aber aufs ganze gesehen kamen
Gemeindegründung und Kirchbau ziemlich rasch voran. Noch im selben Jahr, 1683, wurde die Gemeinde gegründet.
1686 begannen die Kirchbauarbeiten, 1687 traf der erste Pfarrer ein.; seine Einführung geschah am Himmelfahrtstag
1688.
Mit diesem Pfarrer, er hieß Salomon Rummel und stammte aus Burgbernheim (etwa 70 km westlich von Nürnberg),
hatte die junge Gemeinde offenbar einen guten Griff getan. Er wird immer wieder gepriesen als ein außerordentlich
gelehrter Mann. Er scheint auch so hervorragend gepredigt zu haben, daß weit über den Kreis der Deutschen
hinaus viele schwedische Bürger lieber zu ihm in den Gottesdienst gingen als zu St.Petri.
Es verwundert deshalb
nicht, daß man ihn gern nach Kopenhagen geholt hätte. Beim ersten Versuch bot man ihm die Pfarrstelle an
St. Petri in Kopenhagen an, beim zweiten Mal stellte man ihm die Hofpredigerstelle beim dänischen Hof und
gleichzeitig eine Professur an der dortigen Universität in Aussicht. Was die Sache so außerordentlich verlockend
machte, war daß er in Kopenhagen mit einem erheblich höheren Einkommen hätte rechnen können. Denn damit
war es in Malmö schlecht bestellt."
Kurze Geschichte der heutigen Gemeinde:
Nachdem Schonen von Dänemark an Schweden abgetreten werden mußte, wurde 1683 auch eine DEUTSCHE GEMEINDE in MALMÖ gegründet. Diese hörte aber Ende des vorigen Jahrhunderts auf zu bestehen. Die jetzige deutsche evangelische Gemeinde wurde 1922 gegründet. Die Kirche wurde 1931 eingeweiht und 1962 durch Gemeindehaus und Pfarrwohnung erweitert. Die Gemeinde erstreckt sich über das ganze Bistum Lund (Schonen und Blekinge). Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in Malmö.
